In der Saison 2026 zeigt der Erinnerungsort während der Öffnungszeiten eine Sonderausstellung. Schulen sind herzliche eingeladen, bei uns auch zur Sonderausstellung Workshops und Projekttage anfragen.
Die Ausstellung „Lebenslänglich Heimkind“ ist eine Zusammenarbeit des Förderverein für demokratische Medienkultur e.V. mit dem Kindergefängnis Bad Freienwalde n.e.V.
Auf 12 Ausstellungstafeln und 14 Videostationen erhalten Besucher einen lebendigen, nachhaltigen Eindruck von den Lebensbedingungen im ehemaligen Durchgangsheim für Kinder und Jugendliche in Bad Freienwalde.
Als „Kindergefängnis“ bezeichnen es die ehemaligen Insassen. Kinder und Jugendliche wurden im brandenburgischen Bad Freienwalde unter unzumutbaren Bedingungen eingesperrt.
Die DDR-Jugendhilfe ging ideologiebehaftete Wege um Jugendliche, die sich nicht der Konformität des sozialistischen Alltags ergaben zu reglementieren. Aufmüpfige, Unangepasste sollen in den Heimen und Jugendwerkhöfen „Umerzogen“, also gebrochen werden. Kinder und Jugendliche werden nicht zu ihrem Schutz, sondern zum Schutz des Staates und seiner Ideologie „in Obhut genommen“.
In den Heimen und Jugendwerkhöfen wird auf Kollektiverziehung gesetzt. Die banal grausame Einrichtung der Gruppenbestrafung: für das Vergehen des Einzelnen wird die Gruppe bestraft – die Gruppe bestraft den Einzelnen. Das Prinzip ist hocheffektiv, bewirkt es doch Selbstkontrolle und Selbsterziehung, es funktioniert durch Unterdrückung und kontrollierte Gewalt.
Die Opfer kämpfen bis heute mit den Folgeschäden und um deren Anerkennung.

