Das Projekt „Zeitzeugeninterviews / Dauerausstellung“

Die geplante Dauerausstellung soll auf der Grundlage von BStU-Akten und Zeitzeugeninterviews entstehen und Ende 2020 fertig sein. . Um dies zu ermöglichen, sollen umfangreiche Daten von ehemaligen Häftlingen (Zeitraum von 1953 bis 1989) sowie von einigen (leitenden) ehemaligen Mitarbeitern der Haftanstalt recherchiert werden. Aus den recherchierten Informationen sollen etwa 20 ehemalige Häftlinge und fünf ehemalige MfS-Mitarbeiter für ein gefilmtes, lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview gewonnen werden (2. Jahreshälfte 2018 – Ende 2019). Die Ergebnisse dieser Interviews sollen in den Aufbau einer Ausstellung sowie in die gegenwärtige und zukünftige Vereinstätigkeit einfließen.

Die Gespräche werden anschließend verschriftlicht. Sie werden im Rahmen der Ausstellung Aufschluss über die Einzelschicksale der ehemaligen Häftlinge, deren Haftbedingungen und die Geschichte des Hafthauses geben. Gleichzeitig lassen sie den Blick auf die Verzahnung der Haftanstalt mit der Geschichte der Stadt Neustrelitz zu. Darüber hinaus werden sie zur Rekonstruktion einer Zelle in den Bedingungen der 1970er Jahre (1972 wurden in den Zellen Toilettenbecken eingebaut, die noch heute dort vorhanden sind) herangezogen.

Neben der Nutzung der neugewonnen Daten für den Aufbau der Dauerausstellung werden die Zeitzeugeninterviews darüber hinaus auch nach der Förderdauer als Informationsquelle für:

  • die weitere pädagogisch und didaktische Vereinsarbeit,

  • spezielle Bildungsprojekte mit Schülern

  • die Führungen im ehemaligen Hafthaus,

  • den Internetauftritt des Vereins,

  • Veranstaltungen für interessierte Besucher

zur Verfügung stehen. Grundsätzlich sollen die gefilmten Gespräche – nach Rücksprache mit den Zeitzeugen – auch dritten Nutzern wie Studenten, Forschenden oder Medienvertretern zugänglich gemacht werden. Die Schicksale der früheren Häftlinge müssen als wichtige Zeitdokumente der Nachwelt erhalten bleiben, um auch den nachgeborenen Generationen die Auseinandersetzung mit Diktatur und Repression zu ermöglichen.

Umsetzung der Ausstellung

Die zweite Projektphase beginnt im Januar 2020, in der aus den zusammengetragenen Informationen die Ausstellungstexte erarbeitet werden. Die Projektlaufzeit beträgt insgesamt 2,5 Jahre. Die Projektsteuerung übernimmt der Vereinsvorstand ehrenamtlich.